Frau Holles Adventskalender: 20

Ich überlege, ob ich diesen Beitrag vom letzten Jahr ersetze. Nein, ich mache es nicht. Er erinnert mich daran, dass sich alles von einer Sekunde zur nächsten ändern kann. Immer und überall.

Außerdem stelle ich mir ab und zu die Frage, ob es eigentlich angebracht ist, fröhlich Weihnachten zu feiern, wenn es doch so viel Elend, Kummer, Gewalt, Terror, Hunger, Vertreibung, Krieg und Katastrophen auf der Welt gibt. Sollte mir da die Lust an Luxus, Glitzerkram, Weihnachtsbäckerei und Geschenken nicht vergehen? Wie kann ich so egoistisch sein und mich glücklich fühlen? Klar, ich kann spenden und auch sonst einiges Gutes an Menschen tun, denen es nicht so gut geht wie mir. Reicht das? Ich finde, es reicht eigentlich nicht, aber ich bin auch überfordert und hilflos im großen Weltgeschehen.

Ich kann die Welt nicht retten. Ich kann sie höchstens in meinem kleinen Umkreis ein ganz klein wenig gerechter machen…….vielleicht. Ich kann meine Mitte finden, das Leben genießen und mit Freunden und Familie feiern, dass wir zusammen sind. Ich kann ein wenig Freude weitergeben und mein Herz öffnen. Ich halte mich also an die Dinge, die ich machen kann.  Mehr geht für mich nicht.

Ich bin dankbar, dass ich es so gut getroffen habe. Das ist nicht mein Verdienst. Mein Geburtsort und die Zeit, in der ich lebe, sind mein großes Privileg. Ich habe das große Glück, Mutter zu sein. Meine Kinder sind gesund, selbständig und haben ein gutes Leben.

Ich nehme mir also heraus, in der Weihnachtszeit meine Traditionen zu leben, den Luxus zu genießen und Gemütlichkeit zu verbreiten. Ja, ich bin mir gerade selbst die nächste und blende die große Welt aus, so gut ich es kann.

Aber es gibt eben auch Tage, da gelingt mir gerade dieses nicht mehr. So ein Tag war im letzten Jahr der 20. Dezember.

 

20

Meine Lieben in Berlin waren nicht auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Den beiden ist zum Glück nichts passiert. Vor ein paar Wochen war ich mit ihnen genau dort und darum bin ich persönlich sehr viel betroffener, als bei all den anderen Nachrichten über Anschläge, Krieg und Terror.

Heute gelingt mir der Verdrängungsmechanismus nicht. Der Advent ist gerade nicht so wichtig. Meine Gedanken sind in Berlin.

Mir ist jetzt nicht nach einem weihnachtlichen Beitrag zumute, und so habe ich Engel Nr. 20 gebeten, mit seiner Geschichte einen Tag zu warten.

Morgen geht es weiter…..

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