Schreite durch das Leben wie eine Königin

Diesen Rat bekam ich von meiner Ärztin der Naturheilkunde in der Uniklinik Freiburg. 

Königinnen und Könige hetzen nicht, sie schreiten. Sie setzen ihren Fuß fest auf den Boden. Sie öffnen eine Tür mit Bedacht, ohne sich zu beeilen. Dann schreiten sie hindurch. Das gleiche Prozedere folgt beim Schließen der Tür. 

Wenn ich das mache, fühlt es sich immer noch ein wenig komisch an, so als hätte ich mich als Prinzessin verkleidet und jeder durchschaut sofort meine Maskerade. Tatsächlich entschleunigt es meinen Alltag, gibt mir in der täglichen Hektik Ruhe.

Ein ehemaliger Kollege von mir zwingt sich die Ruhe beim Tauchen auf, denn Hektik ist in den Tiefen des Meeres lebensgefährlich. Für mich wäre das nichts, ich zwinge mich nicht gerne zu etwas (vor allem in der Freizeit), aber manchen Menschen hilft das. 

Mir gefällt dafür der Königinnen-Gedanke enorm gut – tausendmal besser als zu denken „mach kleinere Schritte in der Genesungsphase Deiner Krankheit“ (ich hasse es, krank zu sein. Nicht wegen der Schmerzen, sondern weil ich mich dann nutzlos und nicht wertvoll fühle) oder „Du musst jetzt erstmal kleinere Brötchen backen“.

Weil ich selbst nicht so ganz genau weiß wie man sich als Königin fühlt, schaue ich auch mal bei anderen ab. Zum Beispiel in Bhutan:

Ganz schön inspirierend😊

Auch meine Lehrer sind wahnsinnig inspirierend: Zu sehen, wie Karmapa reagiert, wenn er vor 3.000 Leuten einen Vortrag hält und sich durch (hab vergessen was), das Kabel vom Mikro/Headset verheddert:

Majestätisch ruhig bleiben.

Fokussiert den Kabelsalat studieren und dann mit ruhigen Händen entwirren – trotz der 3.000 Augenpaare, die ihn gerade anstarren. Ohne Hilfe (die natürlich gleich zur Stelle ist). Am Schluss in die Menge grinsen und dann genau da weitermachen, wo er unterbrochen wurde. 

Kann man sich ’ne Scheibe von abschneiden.

Ich würd’s jetzt nicht direkt vor so vielen Leuten üben, aber … ihr wisst schon, was ich meine😉

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7 Kommentare

  1. Meine blumige Freundin meint immer, sie erkenne mich ohne Brille am Gang – ja, meist schreite ich wirklich. Das zu üben sind Heels eine gute Hilfe. Dafür hat die Blumenfreundin einen wahnsinnig schnellen Gang drauf, erkennt aber währenddessen trotzdem die Schönheiten am Wegesrand 🙂

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