Laune der Natur

Zu dem Wunschthema fiel mir gerade ein [wie ich finde] auch relativ gut passender Beitrag ein, den ich allerdings schon vor geraumer Zeit mal geschrieben habe – aber ich möchte ihn gerne mit euch teilen – euch jedoch bitten, ihn mit seeeehr viiiel ….Humor zu verstehen! 🙂


BDSM im Hundealltag

Es war Samstag.

Frauchen und ich waren morgens im Park spazieren und es war toll. Ich habe alte Bekannte getroffen, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte, da Frauchen nicht mehr täglich mit mir in den Park geht. Vor lauter Wiedersehensfreude war ich kaum zu bremsen.
Ich tollte über den Rasen, habe an dem ein oder anderen Hinterteil geschnüffelt, bin wie verrückt um Waldi herumgetänzelt, habe Petzi angeknurrt – und natürlich bin ich mit Schröder um die Wette gelaufen, so wild, dass Wiesenfetzen im hohen Bogen durch die Gegend flogen.
Und wie immer habe ich ihn besiegt.

Als wir uns mit den Zungen aus dem Hals hängend erst einmal ausruhen wollten, hatte Frauchen aber schon keine Lust mehr und sie zog mich nach Hause.
Ob sie mich nicht mehr mag!?
!!!jaaaaaaaaaaaaaauuuuuuuuuul!!!
Daheim angekommen musste ich nicht wie sonst direkt ins Bad, sondern ich durfte ihr ausnahmsweise mal dabei zuschauen, wie sie das Essen für Herrchen vorbereitet.

Mir lief das Wasser im Mund zusammen und einige Speicheltropfen fielen auf den Linolboden.
Wie eine Katze strich ich ihr um die Beine herum, und wenn ich es gekonnt hätte, ich hätte glatt geschnurrt.
Auf einmal hörte ich ein Geräusch und ich stellte meine Ohren senkrecht auf, um besser lauschen zu können – Herrchens Schlüssel in der Haustür.

Frauchen schien es auch gehört zu haben, denn sie sagte:
„Der Herr kommt!“
Mal abgesehen davon, dass es für einen Hund (also mich) schon mehr als verwirrend ist, wenn Frauchen zum Herrchen auch! Herrchen sagt, fing die Situation nun an, ganz ominös zu werden.
Frauchen schubste mich mit dem Fuß zur Seite, ging auf die Knie und krabbelte auf allen Vieren quer durch die Küche bis in den Flur, um Herrchen zu öffnen.
Er war jedoch schneller!

War das ein Bild, ich musste aufjaulen.
Es sah so herzerweichend possierlich aus, wie sie da so kniete – irgendwie erinnerte mich Frauchen in diesem Augenblick an Schröder…
Herrchen beachtete sie jedoch gar nicht, sagte irgendwas in Herrchensprache und ging ins Wohnzimmer, während Frauchen sich in Hundestellung zurück in die Küche trollte. Das sah so faszinierend zärtlich aus, dass ich nicht umhin kam, ihr am Po zu schnüffeln.
Hmmmmmmmmmm….. dachte ich, riecht zwar nicht wie Schröder, aber wiederum auch nicht schlecht.
Ich wedelte mit meinem Schwanz und fiepte, während sie das Essen fertig zubereitete. Aber Frauchen schenkte mir keinerlei Beachtung.

Was war nur los mit ihr!? So hatte ich sie noch nie erlebt. Vielleicht, weil ich ja sonst immer im Bad bin wenn Herrchen kommt!?
Weil mich die Stimmung aber trotzdem irgendwie erregte, ging ich erstmal zu meinem Wassernapf und nahm 3-4 Zungen feuchtes Nass auf.

Aaaaah, das tat gut. Nun konnte ich etwas entspannter beobachten, was folgen sollte.
Frauchen brachte das fertige Essen, welches einen wunderbaren Duft ausströmte, zu Herrchen ins Wohnzimmer – wieder auf allen 4-en.

War das das Neuste? Würde ich demnächst nicht mehr gebraucht,

weil sie jetzt ich war????

Ich lief mit gesenktem Kopf und Hängeohren zu meinem Lieblingsplatz vor dem Kühlschrank.
Während ich zusammengerollt auf dem Boden liegend anfing zu heulen, kam Herrchen in die Küche und lud das komplette Essen vom Herrchengeschirr in meinen Napf!

MEINEN!!!!!
Wuff-wuff-wuff-wuuuuuuuuuuuuuuuff
!!!grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!
Ich war außer mir vor Rage, aber Herrchen interessierte das Null, er strafte mich mit Nichtachtung, und ging wieder.
So konnte das nicht weitergehen, nein.
Ich nahm all mein Hundewissen zusammen und überlegte, was ich nun tun sollte.

Klar war, ich wollte nicht abwarten, bis sie ihre Entscheidung getroffen hatten, mich abzugeben, sondern wollte ihnen zuvor kommen.
Wuff – das wars!!!
Ich striff mit Hilfe meiner Vorderpfoten mein Halsband ab, nahm es dann zwischen die Zähne und schleppte es ins Schlafzimmer. Dort drapierte ich es auf Frauchens Kopfkissen. Gut, dass sie mir irgendwann mal das apportieren beigebracht hatte 😉
Anschließend setzte ich auf Herrchens Kissen eine feuchtgelbe Markierung, und noch einen fetten Haufen auf den Bettvorleger, einfach so – und verschwand dann mit einem eleganten Sprung durchs geöffnete Badfenster – auf nimmer Wiedersehen…

-Ende-

Und die Moral aus Hundesicht:

Jetzt hat das Frauchen?  <— seine Pflicht!

© Mindsplint    https://mindsplint.wordpress.com/2009/07/03/bdsm-im-hundealltag/

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