Am Spielfeldrand

Wieder einmal saß sie am Spielfeldrand und schaute dem Treiben dort draußen nur zu. Und wieder einmal hatte sie als Letzte erfahren wie wichtig dieses Spiel war.

So gerne wollte sie auch einmal in der ersten Reihe mitspielen und ihr Talent zeigen. Aber nein, es war wieder nur die Ersatzbank für sie vorgesehen.

Dabei gab ihr der Trainer jedes Mal das Gefühl gut, ja sogar richtig gut und wichtig zu sein. Beim Training, abseits der Öffentlichkeit, war der Trainer immer richtig begeistert. Er lobte sie, trainierte unermüdlich mit ihr und sprach nur in höchsten Tönen über sie. Sie fühlte sich dann stets richtig wohl. Er schaffte es mit nur ein paar Sätzen sie zu motivieren, sie aufzubauen, egal wie sie sich gerade fühlte.

Aber genauso schnell schaffte er es sie in ein tiefes Loch fallen zu lassen, wenn er sie mal wieder, wie heute, einfach ignorierte.

Wie oft hatte sie dann schlaflos in ihr Bett gelegen und sich das Gehirn zermartert was sie wohl falsch machte. Wie viele Tränen hatte sie wegen seinem ignoranten Verhalten vergossen. Und jedes Mal nach so einem Tief, nach dem Fall in dieses schwarze Loch, hatte sie sich vorgenommen einfach nicht mehr zum Training zu erscheinen. Ihn zu ignorieren. Sollte er doch auf sie zukommen.

Aber dann ist sie doch wieder hingegangen, zum Training. Und sobald er auch nur den ersten Satz sagte, ging die Sonne und somit die Hoffnung in ihr wieder auf, doch noch einmal oder für immer in der ersten Reihe mitspielen zu dürfen. Von allen gesehen zu werden und zeigen zu dürfen was in ihr steckte.

Während sie so da saß am Spielfeldrand, wusste ihr Verstand ganz genau, dass es wohl nie so sein würde. Auch wenn es ihr Herz so sehr wollte.

(Foto Pixabay)

24 Kommentare

  1. Es wäre interessant, die gleiche Geschichte aus der Sicht des Trainers zu lesen. Und vielleicht aus der Sicht einer Mitspielerin. Ich finde, dieser Text bietet sich an, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet zu werden. Liebe Grüße! Regine

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  2. … die Geschichte hat was…… kommt mir sehr sehr bekannt vor, allerdings auf dem Hintergrund „Beziehung/Freundschaft“…. ein sch…. Gefühl, in diesem Kreislauf wird das zu hängen, vermittelt zu bekommen man sei wichtig, dann aber wieder ignoriert zu werden,… wichtig und richtig zu sein, Ignoranz,…… wichtig, Ignoranz usw.

    Aber die Idee mit dem Perspektivwechsel hat was. Sowohl in der Geschichte als auch im Leben…..

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  3. Irgendwie frustrierend …
    Könnte sie nicht mal aufstehen und dem dämlichen Trainer ins Gesicht sagen , dass sein Verhalten unter aller Sau ist ?!?!?!
    Dieses stille Leiden …
    Sich ausnutzen lassen … von diesem Energie Vampir , der sie wie eine Marionette an Fäden tanzen lässt
    Sich brav ergeben in ihr Schicksal
    Nee Nee … Nix – mehr ! – für mich
    So was mach ich nicht mehr mit
    !

    Gefällt 1 Person

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