Frau Holles Adventskalender: 16

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Dieser Engel begleitet mich durch das ganze Jahr. Er hängt am Fenster und bei Sonnenschein leuchtet und funkelt er. Heute nicht, heute ist es draußen grau. Der Engel passt gerade gut zu meiner etwas verhaltenen Stimmung.

Ich denke an die Menschen, die mich zur Zeit umgeben und an die, die sich „verabschiedet“ haben oder von denen ich mich trennte, weil es nicht mehr passte. Einige neue sind dazu gekommen, mit denen könnte sich etwas entwickeln. Mein soziales Geflecht ist dünner geworden im Laufe der Jahre. Nichts ist mehr so stabil wie vor einiger Zeit. In diesem Zusammenhang überlege ich, wie ich es dieses Jahr mit der Weihnachtspost halten will. Bei den Menschen, zu denen ich eine echte Beziehung habe, ist es eindeutig. Die kriegen Post von mir oder sogar eine richtige, reale, analoge Begegnung. Einige von den „Neuen“ bekommen auch einen kleinen Gruß, weil ich mich freue, dass ich sie kennengelernt habe.

Aber wie ist es mit denen, die eigentlich schon lange nicht mehr an meinem Leben teilhaben?  Wie ist es mit den Verwandten, die sich zur Weihnachtszeit daran erinnern, dass ich wohl doch noch irgendwie dazu gehöre? Ungute Gefühle melden sich bei mir, wenn ich Weihnachtspost von Menschen bekomme, mit denen ich sonst überhaupt keinen Kontakt mehr habe. Es kommen viele liebe Grüße und gute Wünsche für das neue Jahr ins Haus geflattert, über die ich mich gar nicht so recht freuen kann, weil es irgendwie nicht stimmig ist.

Allerdings schrieb ich bisher im Dezember auch gerne an alle, deren Adresse ich noch hatte. Wenigstens einmal im Jahr wollte ich mich melden, einmal im Jahr wollte ich spüren und mitteilen, dass ich doch noch ein paar Familienmitglieder und alte Freunde nicht ganz vergessen habe. Und ich wollte mich in Erinnerung bringen. Aber warum? Kann ich nur nicht loslassen und muss zur Weihnachtszeit beweisen, wie verbunden ich mich fühle? Knüpfe ich Hoffnungen an die eigentlich unverbindlichen Weihnachtskarten?

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, damit aufzuhören und genau zu überlegen, wem ich schreiben möchte. Es soll mehr bedeuten als ein oberflächlicher Gruß. Es soll sich gut anfühlen, sonst lasse ich es lieber. Heute gehe ich es an. Mal sehen, wie es mir damit geht.

Wie haltet Ihr es denn mit der Weihnachtspost? Schreibt Ihr noch Briefe zum Anfassen? Freut Ihr Euch genauso über Mail-Grüße oder WhatsApp Nachrichten wie über das, was der Postbote in den Kasten wirft?

Ich weiß: mein ungutes Gefühl will mir etwas mitteilen, ich weiß aber noch nicht so genau, was.

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8 Kommentare

  1. Ich freue mich über virtuelle Grüße mehr als über papierene Postkarten, die ich doch nur in den Papiermüll werfe oder bestenfalls einscanne. Dann lieber gleich digital! In diesem Sinn: frohe Weihnachten allen, die dies lesen!

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    • Ich hebe die Karten gerne eine Zeitlang auf und genieße es, dass nicht alles virtuell abläuft. Über digitale Grüße freue ich mich auch, aber ich finde sie nicht ganz so persönlich. Es sei denn, mir schreibt jemand eine persönliche Mail. Aber auch das wird immer seltener. Schlimm finde ich die Weihnachtsgrüße über WhatsApp-Gruppen, insbesondere, wenn es Verwandte sind.
      Aber im Blog sind virtuelle Grüße in Ordnung und ich freue mich auch immer wieder darüber! Ich wünsche Dir jetzt aber erst einmal einen schönen dritten Advent! Liebe Grüße! Regine

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  2. Guten Morgen Regine.
    Wie hälst du es dieses Jahr mit der Weihnachtspost? Weiß ich doch das dieser Beitrag vom letzten Jahr ist. Hat sich da bei dir etwas verändert?

    Also ich mag gerne Karte schreiben und mit der Post verschicken, ob im Urlaub, zu Geburtstagen oder Weihnachten. Ich finde solche handgeschriebenen Karten schön. Leider sind sie in der digitalen Welt vom Aussterben bedroht.
    LG, Nati🎄

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  3. Ich bekomme gerne „echte“ Post. Leider hat das sehr nachgelassen und daher freue ich mich über Weihnachtskarten oder Päckchen. Ich glaube, es wird deswegen so viel im i-net bestellt, weil die Menschen einfach gerne Post bekommen 😉 Ich selbst schreibe immer noch zuweilen echte Briefe und Karten. Die dann zwar meist am PC, denn meine Schrift ist nicht sehr schön. Außerdem verschreibe ich mich bei jedem 3. Wort, sogar bei meinem eigenen Namen. Sehr lästig.
    Schöne WE und Grüße an deine Engel und Frösche 🙂

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    • Das stimmt, echte Post wird selten. Ich schreibe auch meistens am PC. Meine Schrift wird mit meiner Handarthrose leider immer schlechter. Wenn ich denn doch mal mit dem Stift schreibe, denke ich: „Hoffentlich verschreibe ich mich nicht.“ Und zack, ist es passiert. Die Engel und Frösche schlafen noch. Sie haben gestern gefeiert. Ich werde die Grüße ausrichten! Regine

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