Aufmerksam mit Gedanken umgehen

Lieber Leser, vielleicht geht es Dir wie mir: In meinem Kopf scheine nicht nur ich zu wohnen, sondern auch eine oder mehrere andere Personen, die mich ermahnen, zurechtweisen, auf meine Unzulänglichkeiten hinweisen, antreiben, Ober-Moralist sind und irgendwie alles besser wissen.

Ein Beispiel: seit einiger Zeit geht es mir richtig gut bis phantastisch. Es fühlt sich an, als würde ich wie ein Surfer elegant von Welle zu Welle zu reiten, leicht und ohne große Anstrengung. Es ist auch nicht schlimm, wenn keine Welle da ist: dann lege ich mich aufs Brett und genieße die Sonne. 

Aaaaber (Du ahnst es schon) natürlich finden die lieben Gäste trotzdem eine Möglichkeit über ihr Lieblingsthema zu reden (!). Irgendwie kreativ… Das klingt dann so: „Lass Dir das nicht zu Kopf steigen“ „Werde nicht zu stolz“ „Entwickle keine Erwartungen“ „Wer weiß, wie Du dann wieder mit dem grauen Alltag zurechtkommst„. Es ist zum Lachen – besonders, wenn ich diese Zeilen aufschreibe. Das blöde ist: Ich nehme sie ernst. Tja.

Seit einiger Zeit probiere ich was Neues aus: Ich verurteile diese Nörgler und ihre Gedanken nicht mehr, sondern ich denke mir: „Es ist alles gut und sehr normal, dass Du diese Gedanken hast. Sie gehören zu Dir und sind nicht schlimm. Du musst jetzt nichts machen: sie nicht unterdrücken, dagegen anmeditieren, malen, singen, hüpfen, sondern sie einfach akzeptieren. Aber halt auch nicht zu ernst nehmen. Sie sind da und die anderen positiven Gedanken auch. Das geht gleichzeitig. Mach Dich nicht fertig, nur weil Du sie hast.“ Das tut mir gut und ich kann mich wieder entspannen.

Seit einiger Zeit weiß ich: Gedanken haben Macht. Über uns und über unsere Umwelt. Dazu möchte ich euch eine Geschichte erzählen, die mir diesen Sommer passiert ist (übrigens, wenn meine Beiträge zu lang sind, dann hinterlasst doch eine kurze Anmerkung in den Kommentaren):

Ich hatte eine Freundin: Eine Frau, mit der ich mich sehr verbunden gefühlt habe. Wir haben eine ähnliche Wellenlänge und viel miteinander geredet. Ich mochte sie von Herzen gerne. Sie steckte allerdings in großen Schwierigkeiten an ganz vielen Stellen ihres Lebens: Beruflich, in der Liebe (sie liebte einen Mann, der schon vergeben war), gesundheitlich und zusätzlich hatte sie pflegebedürftige Eltern, die weit weg wohnten. Es tat mir im Herzen weh, sie leiden zu sehen und wollte ihr unbedingt helfen, wusste aber nicht wie. Also gab ich ihr Tipps, sagte ihr konkret was sie tun sollte. So wurde ich ungewollt zu einem weiteren Problem für sie. Sie begann mich also zu meiden und irgendwann streiteten wir uns sehr hässlich. Danach war viel Misstrauen und persönliche Kränkung zwischen uns. 

Wir sind in der gleichen Meditationsgruppe und trotz allem mochte ich sie sehr gerne, also beschloss ich, einen Ratschlag meines Lehrers auszuprobieren: Ich wünschte ihr im Geiste alles Gute und Schöne – und das in millionenfacher Ausführung. Zum Beispiel weiß ich, daß sie gerne für viele Personen kocht. Also stellte ich mir vor, wie ein wunderschönes, Rosamunde-Pilcher-artiges riesiges Landhaus bewohnt, das über eine riesige Küche verfügt, in die eine Kochinsel passt, um die man herumlaufen kann. Die Küche geht ganz offen in einen riesigen Essbereich über, der sich wiederum durch verschiebbare, riesige Glastüren in einen wunderschönen Garten öffnet. Im Essbereich sind auch schon ein paar Menschen, die sie von Herzen mögen. Natürlich hat sie Personal, das sich um den lästigen Alltagskram kümmert. Ihre Eltern wohnen mit im Haus und natürlich hat sie auch tolles Pflegepersonal, das sie dabei unterstützt. Auf dem Anwesen hat sie natürlich auch ihre Praxis (sie ist im wirklichen Leben eine begnadete Kinesiologin) und hat schon ein paar Bestseller zu diesem Thema veröffentlicht. Deswegen ist sie ein gefragter Gast in Radio- und Fernsehshows. Dort trifft sie auch die unglaublichsten Männer, die sie umwerben.

Du siehst: so ein Gedankenspiel ist gar nicht anstrengend, sondern es hat mir viel Freude bereitet, alles bis ins Detail auszumalen. Das Wichtigste ist, dass sie rundum glücklich ist. Ihr fehlt nichts, sie ist aus sich selbst heraus zufrieden, selbst, wenn sie all den materiellen Reichtum nicht hätte. Sie hat so ein anziehendes Lächeln aus dem Inneren ihres Herzens. Diese Bilder habe ich mir regelmäßig durch den Kopf gehen lassen: Immer wenn ich Sport machte (im Sommer alle 2 Tage).

Vor ein paar Monaten haben wir uns wieder getroffen. Ich war sehr vorsichtig ihr gegenüber, wollte nicht der Grund dafür sein, dass sie sich nicht wohlfühlte. Und jetzt kommt’s: Wir unterhielten uns! Vorsichtig zwar, aber von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Ist das zu fassen? Ich kann es heute noch nicht ganz glauben… 

Seitdem achte ich viel mehr auf meine Gedanken. Ich weiß nicht genau, was oder wie es passiert, aber ich bekomme immer mehr ein Gefühl dafür, daß die Welt um mich herum ein Spiegel meines eigenen Geistes ist. Mittlerweile kenne ich 6 Personen, bei denen dieses Gedankenspiel gut funktioniert hat. Eine dieser Personen bin ich😊 Denn wenn ich anderen was Gutes wünsche, dann darf ich das auch für mich. Bei mir fiel es mir allerdings am Schwersten, aber es hat sich gelohnt!

Kleine Anekdote am Rande: als ich gerade im Café diesen Artikel im Geiste konstruierte, machte ich einem Paar an meinem Tisch Platz. Beide waren in ihren 60ern. Er umfasste liebevoll ihre kalten Hände, um sie zu wärmen… Beide lächelten so glücklich. 

Die Welt steckt voller Wunder😊

Nachtrag: seitdem sehe ich immer mehr Paare in der 2. Lebenshälfte, die verliebt Händchen halten 😊 (ein Schelm, wer sich was dabei denkt😉)

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11 Kommentare

  1. Hallo Christine,

    ein toller Beitrag, der einmal mehr zeigt, wie sehr meine Unwelt meine Aura, meine Ausstrahlung annimmt und es einem so gelingt, die Welt ein wenig besser zu machen, vor almem auch die eigene 😊😉

    Liebe Grüsse
    Thomas

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Nati, das ist schwer zu sagen. Seit ein paar Monaten kommen wir jetzt ganz gut miteinander zurecht, darüber bin ich sehr, sehr glücklich. Gleichzeitig halte ich auch noch Abstand zu ihr und den Schwierigkeiten, damit ich nicht wieder in Versuchung komme mit den Tipps. Ausserdem ist das auch meine Bedingung, damit es mir gut geht: ich mag mir diese Schwierigkeiten nicht nur zum x-ten Mal anhören. Ein Elternteil ist mittlerweile gestorben, der zweite im Heim (beide Eltern waren stark dement). Der blöde Mann ist weg. Aus der Ferne betrachtet würde ich sagen, dass es ihr ein wenig besser geht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich dieses Gedankenspiel nicht mehr sehr häufig mache. Seitdem wir wieder eine gute Ebene haben, bin ich schon sehr zufrieden😊 Natürlich isst sie schon in meinem Herzen, aber ich bin ehrlich gesagt nicht auf den Gedanken gekommen, die ganzen Wünsche weiter aufrecht zu halten, um zu sehen, was passiert.

      Die Idee gefällt mir allerdings sehr, sehr gut. Dafür braucht es allerdings Geduld und keine Erwartungen😊 Du hast mich da auf eine gute Idee gebracht😊

      Allerdings denke ich auch, dass es ja nicht von mir allein abhängig ist, wie es ihr geht, sondern hauptsächlich von ihr. Oder? Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich das so will, muss noch ein bisschen nachdenken. Es fühlt sich Grad nicht stimmig an, so ein bisschen wie Manipulation und vor allem wie etwas mit vielen Erwartungen. Meine Experimente waren immer ergebnisoffen…

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      • Das Meiste hört sich doch gut an.
        Ihr habt wieder mehr Kontakt. Die Pflege der Mutter ist gesichert. Der Mann ist weg. Da fehlt dann nur noch der vernünftige Job.
        Ich weiß nicht ob man allein durch Gedanken alles regeln kann. Ich habe so etwas noch nie ausprobiert. Ich kenn aber auch eine Frau die negative Probleme mit anderen so regelt. Und es scheint bei ihr zu funktionieren.

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  2. Hallo Christine, Mir fällt dazu ein: Ratschläge sind auch Schläge. Ich erlebe das mit einer Freundin, mit der ich immer weniger Kontakt habe, weil sie mich erstens fragt, wie es mir geht und dann zu fast jeder Antwort einen Ratschlag für mich hat. Sie meint es nicht böse, aber ich mag schon gar nichts mehr erzählen. Auf der anderen Seite mache ich es vielleich auch so ohne es zu merken?
    Gute Gedanken zu verschicken ist nie verkehrt. Ich denke aber, dass jede Person für ihr eigenes Leben verantwortlich ist. Wenn es nicht so wäre, fände ich es ziemlich tragisch, weil ich dann ja alle Personen vorher fragen müsste, ob sie meine Gedanken und Wünsche überhaupt haben möchten. Ich will das auch nicht, dass andere mit ihren Gedanken in mein Leben eingreifen.
    Die Welt um mich herum ist ein Spiegel meines eigenen Geistes. Davon bin ich überzeugt. Besonders deutlich wird mir das, wenn ich ein Buch mehrmals lese. Ich bemerke immer wieder andere Aspekte, was mir aktuell gerade wichtig ist. Darum sehe ich auch einige Filme immer wieder gerne an.
    Liebe Grüße und das von Herzen! Regine

    Gefällt 1 Person

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