Freitagsnovembergedanken

So, nun will ich hier auch mal wieder etwas schreiben. Einen netten kleinen Novembertext. Mal sehen, was mir spontan dazu einfällt.

Mir fallen zuerst meine Lieben ein, die schon gestorben sind. Am Totensonntag soll ich ihrer gedenken. Da ich keinen christlichen Hintergrund habe, bin ich auch nicht in die Bräuche eingebunden. Friedhofsgräber habe ich nicht zu pflegen, meine Lieben sind entweder anonym begraben oder haben sich mit einer Seebestattung und im Wald direkt mit der Natur verbunden. Ich gedenke ihrer nicht nur am Totensonntag, sondern immer mal wieder zwischendurch und an einen denke ich immerzu. Aber auch das wird mit der Zeit weniger werden.

Also, zurück zum November. Ein stiller Monat. Obwohl es in diesem Jahr irgendwie anders ist. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, die Spatzen machen Lärm, ein Vogel  singt morgens und abends und ich weiß nicht, wie er heißt. Ich habe ihn hier noch nie gehört. Ich werde mich gleich schlau machen, denn der kleine Kerl hat sich in mein Herz gezwitschert.

Meine Margeriten und die Zauberglöckchen blühen noch. Ich sitze häufig auf meiner Terrasse in der Sonne und lese. Im November!

Nachmittags wird es früh dunkel. Ich denke dann, es ist schon Nacht und werde müde. Ich fläze mich auf meine Couch und lese. Oder ich hocke am Tisch und lege ein neues Puzzle. Bis mir die Augen tränen und ich mich wieder auf die Couch unter die warme Decke verkrieche zum Lesen. Bis es dann Zeit wird für die Tagesschau. Ja, im November mutiere ich zur Sofakartoffel. Das gebe ich zu. Aber erst am Nachmittag!

Tagsüber bewege ich mich so gut es geht. Meine Knie machen echt schlapp und den Händen geht es auch nicht so gut. Ich schaffe nicht mehr so viel wie früher. Stehe ich schon im November meines Lebens? Oder doch erst im Oktober?

November fände ich nicht so gut, weil das Ende dann doch wirklich absehbar wäre. Der November ist allerdings noch nicht der letzte Monat. Es gibt noch etwas zu tun und zu erleben, bevor die letzte Zeit anbricht. Obwohl auch diese Lebenszeit, die verbleibt, ganz spannend werden kann. Der Dezember ist schließlich zum Jahresende auch mit Vorfreude, Geschenken, Zuckerkram und Festlichkeiten vollgepackt. Also kein Grund, Angst zu haben. Habe ich aber trotzdem, zumindest ein großes Unbehagen.

Ich sehe schon, wenn ich heute an den November denke, denke ich an den Tod. Kann sein, dass es so ist, weil mein Lebensmensch vor kurzem gestorben ist. Ich werde damit auch an meine eigene Sterblichkeit erinnert. Der November 18 ist für mich eine Zeit der starken Gefühle, der Erinnerungen und des Ausmistens. Was will ich behalten? Was kann weg?

Zumindest muss ich jetzt weg vom PC, denn ich will raus an die Luft und die Sonne genießen und im Garten ist auch noch einiges zu tun. Wie es im November so ist: er will in die Winterruhe, auch wenn er manchmal so tut, als sei Frühling.

 

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2 Kommentare

  1. Es sind wahrhaftig etwas düstere Gedanken die dich beschäftigen liebe Hanne…
    ich liebe den November…er hat so etwas mystisches und bringt endlich Ruhe in unser sonst bewegtes Leben… Die dunkle Jahreszeit sollte uns zur Besinnlichkeit bewegen …und das Jahr Revue passieren lassen…
    Was beeindruckte mich besonders an mir …an der Umwelt und deren Menschen
    Junge Leute sehen den November mit anderen Augen…sie sprudeln vor Lebensfreude wenn es im Beruf Anerkennung und in der Schule zur Lernerfolgen führt,,,,😃meine studierende Enkeltochter verweilt für ein paar Tage in meinem Haus ..sie vermittelt wahre Lebensfreude … Der November kommt ihr gelegen ..endlich relaxen und ein gutes Buch lesen…nebenher zu schmökern und meinen Kater zu streicheln 😊😍😆denn in einer Woche geht’s wieder ab zur Uni…zum Endspurt
    Junge Leute lassen uns vergessen daß wir uns bald im November unserer Lebenszeit befinden werden… Einfach mit Humor über die Wehwechen die uns befallen .. hinwegsehen

    Ganz liebe Herbst und Novembergrüße…von Zuzaly💕🙏

    Gefällt 1 Person

    • Etwas düstere Gedanken? Nein, so empfinde ich es überhaupt nicht. Ich beginne gerade, den Tod in mein Leben zu integrieren. Ich will gar nicht immer vergessen, in welcher Lebensphase ich mich befinde. Ich will auch nicht immer mit Humor über meine Schmerzen hinwegsehen. Es gibt eine stille Lebensfreude, die die Schmerzen, Krankheit, Trauer und die Gedanken an den Tod mit einbezieht. Das wollte ich mit meinem Text ausdrücken. Liebe Grüße! Regine

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